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Sebastian Hempel

PalmPilot

Der Computer für unterwegs

In den letzten Wochen wurden auf den Clubabenden immer mehr Mitglieder mit komischen Taschenrechnern gesichtet. Die Rechner verfügen jedoch über keine Tastatur, sondern werden mit einem Stift bedient. Schließlich handelt es sich ja nicht um einen Taschenrechner sondern um einen sogenannten Handheld PC. Der PalmPilot von PalmComputing gehört dabei zu den ersten und zu den erfolgreichsten Abkömmling dieser neuen Computerklasse.

Elektronischer Terminplaner

Schon früh wurden normale Taschenrechner um Terminplaner, Adressenverwaltung und Notizbuch ergänzt. Die kleinen Geräte waren meist kleiner als jeder Terminplaner im herkömmlichen Sinne und paßten nicht zuletzt wegen ihres Gewichts in jede Westentasche. Sie hatten jedoch einen großen Nachteil, außer auf dem Terminplaner selbst, konnte man die Daten nirgendwo sonst bearbeiten oder verwenden.
Genau dieses Problem erkannten 1996 die Leute von PalmComputing (eine 100% Tochter von U.S. Robotics, die inzwischen wiederum zu 3Com gehört) und entwickelten den Pilot. Die Daten des Terminplaners, der Adressenverwaltung, der Aufgabenverwaltung und des Notizbuches des Pilot können mit dem PC oder Macintosh zu Hause synchronisiert werden. Die Daten können dort mit dem mitgelieferten Personal Information Manager (PIM) so bezeichnet man Programme, die die Funktionen eines herkömmlichen Terminplaners auf dem PC realisieren oder so gut wie mit jedem anderen bereits vorhandenen PIM wie z.B. MS Outlook oder Lotus Organizer weiterbearbeitet werden.

Schrifterkennung statt Tastatur

Die Entwickler bei PalmComputing wollten aber nicht einen weiteren elektronischen Terminplaner bauen. Sie verzichteten auf die Tastatur und statteten den Pilot mit einem druckempfindlichen graphischem Display aus. Die graphische Benutzeroberfläche läßt sich dadurch wie auf dem PC bedienen. Umständliche Tastenkombinationen und unzählige Funktionstasten gehören damit der Vergangenheit an.
Die Eingabe von Text wird mit Hilfe von Graffiti vorgenommen. Dabei handelt es sich um eine besondere Art der Druckschrift. Die auf einem Teil der Displays eingegebenen Zeichen werden vom Pilot erkannt und weiterverarbeitet. Der Pilot erkennt also nicht die Handschrift seine Benutzers, sondern dieser muß sich die spezielle Druckschrift des Pilot aneignen. Wer möchte, kann sich aber eine Tastatur auf dem Display einblenden lassen, mit der die Eingabe wie gewohnt durchgeführt werden kann.

Mehr als ein Organizer

Der Pilot ist jedoch mehr als ein Organizer so werden die reinen elektronischen Terminplaner auch bezeichnet. Der Pilot arbeitet mit einem eigenen Betriebssystem, dem Palm OS. Die Schnittstellen dieses Betriebssystems und die Funktionen zum Übertragen von Daten zum und vom Pilot sind offengelegt. So kann jeder, der des Programmierens mächtig ist, seine eigenen Programme für den Pilot schreiben.
Diesen Weg haben bereits viele Piloters (Bezeichnung eines Pilot Besitzers) eingeschlagen und Ergänzungen und Erweiterungen für den PalmPilot programmiert. Neben erweiterten Taschenrechnern und Spezialrechnern für Währungs- und Zinsenberechnungen sind inzwischen weit mehr als 1000 Programme verfügbar. So kann man seinen Einkaufszettel vom Pilot ebenso verwalten lassen, wie seine Weinsammlung, seine Kostenabrechnung für den PKW oder sein Haushaltsbuch. Viele dieser Programme sind entweder Freeware oder können für einen geringen Sharewarebetrag erstanden werden.
Seit der Version 2.0 des PalmOS ist in der Professional Ausgabe des Pilot Software zum Lesen und Schreiben von eMail vorhanden. Durch ein Zusatzprogramm kann mit dem Pilot die eMail jedoch nicht nur zum heimischen PC sondern auch direkt zum Internet Provider übermittelt werden. Auch das FAXen und Surfen im Internet ist mit dem Pilot möglich.
Auch die Hardware des Pilot kann durch diverse Zusatzgeräte erweitert werden. Neben Modems für das herkömmliche Telefonnetz und Adaptern zum Anschluß des Pilot an viele Handys sind bereits GPS-Empfänger und DECT-Funkzellen verfügbar. Diese Erweiterungen erschließen dem Palm Pilot weitere Anwendungsgebiete. So kann er als Mobiler Routenplaner ebenso eingesetzt werden, wie als elektronischer Bestellblock in Gastwirtschaften.

Pilot III die neue Generation

In diesen Tagen erscheint nun auch in Deutschland die neue Generation des Pilot. Neben kleineren Veränderungen am Gehäuse und beim Betriebssystem ist wohl vor allem die eingebaute Infrarot-Schnittstelle (IR) interessant.
Mit dieser Schnittstelle können zum einen Adresse, Termine, Aufgaben, Notizen und Programme zwischen zwei Pilots ausgetauscht werden. Zum anderen kann der Pilot darüber jedoch auch mit Handys und anderen Geräten kommunizieren. Freaks haben auch schon erfolgreich die Fernsteuerung von Fernsehern über diese IR-Schnittstelle realisiert.
In den Genuß dieser neuen Schnittstelle kommen aber nicht nur Käufer eines Pilot III. In einigen Wochen wird auch eine Erweiterung für alle bisher erschienenen Pilots erscheinen, mit der die IR-Schnittstelle und das neue Palm OS nachgerüstet werden können.

Sinnvolles Werkzeug oder doch nur Spielzeug?

Auf den ersten Blick mag für viele der Pilot nur als ein weiteres (teures) Spielzeug für Computerfreaks erscheinen. Wer sich näher mit dem Pilot beschäftigt wird jedoch schnell eines Besseren belehrt.
Schon mit den eingebauten Applikationen erleichtert der Pilot das tägliche Leben. Gerade Geschäftsleute sind froh, wenn sie ihren Terminkalender mit dem PC synchronisieren können. Jedes zusätzliche Programm macht den Pilot aber interessanter für weitere Anwenderkreise. Techniker führen Berechnungen mit einer kleinen Tabellenkalkulation durch, Kundenberater fragen aktuelle Preise aus der Zentrale per Handy ab, Vertreter faxen Bestellungen an die Firma.
Sicherlich lassen sich all diese Anwendungen auch mit einem Notebook realisieren. Aber zeigen sie mir bitte ein Notebook, das ich in die Jackentasche stecken kann, das gut 2 Monate mit einem Satz Batterien arbeitet und dabei immer noch leichter ist als ein herkömmlicher Terminplaner aus Papier.
Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist, kann sich auf den Clubabenden mit den Piloters des CCF unterhalten. Sicherlich wissen diese auch Mittel und Wege möglichst günstig an einen Pilot zu kommen.
Derzeit besitzen folgende Mitglieder des CCF ein Pilot:

Sebastian Hempel

 
 
 

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letzte Änderung am 23. September 2000 durch Yvonne Röckl